Kind beim Malen

Für Vier- und Fünfjährige ist in Tirol ab kommenden September der Kindergartenbesuch halbtags gratis. Ein erster Schritt, nicht mehr.

Die Liste FRITZ will aber viel mehr:

  • Kostenlose, ganztägige und qualitativ hochwertige Betreuung.

  • Eltern können frei entscheiden.

  • Notwendig ist ein insgesamt besseres und leistbares, ein einheitliches Angebot mit gleichen Preisen, mit Mittagstisch und flexiblen Öffnungszeiten während der Ferien- und Sommerzeit.

  • Denn in vielen Familien in Tirol wollen beide Eltern arbeiten, in immer mehr Familien müssen beide Eltern arbeiten.

  • Alleinerzieherinnen haben ohnehin keine Wahl.

Kleine Kinder, große Sorgen!

Betreuungsplätze für Kleinkinder sind rar. Laut EU soll es bis 2010 für jedes 3. Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz geben. Ein frommer Wunsch, denn 137 von 279 Tiroler Gemeinden bieten keine Betreuung für unter 3-jährige Kinder an. In jeder 2. Gemeinde Tirols gibt es keine Kinderkrippe, keine Kinderspielgruppe und keine Tagesmutter.

“Tirol ist ein Notstandsgebiet bei den unter 3-Jährigen. Auch wenn das ÖVP Landesrätin Zoller-Frischauf immer wieder bestreitet. Hier gibt es riesigen handlungsbedarf!”, so LA Andrea Haselwanter-Schneider. (Foto: Mike Frajese, pixelio.de)

Hilferuf einer Unterländer Mutter

Dazu schreibt eine Mutter von zwei Kindern im Alter von 2 und 4 Jahren aus dem Unterland an die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol:

„Ich habe meinen 2 Jährigen für 2 Tage pro Woche in einer privaten Kinderbetreuungseinrichtung unterbringen müssen, da ich es mir nicht leisten kann nicht arbeiten zu gehen. (…) Es wäre nett wenn mir Frau Zoller- Frischauf freie Betreuungsplätze nennen kann, denn ich habe bisher keine gefunden. Ebenso was die Sommerbetreuung meiner Kinder betrifft!! (…) Es mag auf dem Papier genügend Kinderbetreuungsplätze geben, nur ist es mir nicht möglich mein Kind in einen anderen Bezirk, 70 oder 80 km entfernt, in Kinderbetreuung zu geben. Der Zeitaufwand und die Kosten stünden in keinem Verhältnis.“

 

Sorgenkind Kinderbetreuung. Sind Tagesmütter ein Ersatz?

Für die zuständigen ÖVP Landesrätinnen sind Tagesmütter die Lösung. Tagesmütter leisten gute Arbeit. Aber erstens gibt es nur 241 Tagesmütter, also nicht in jeder Gemeinde eine Tagesmutter. Zweitens sind die Kosten mit 2,60 € pro Stunde enorm. Wer sein Kind vier Stunden pro Tag an fünf Tagen die Woche zu einer Tagesmutter gibt, muss mit über 200 € pro Monat rechnen. Ohne Verpflegung. Über das Kindergeld plus gibt es rund 35 € monatlich Unterstützung vom Land. Die Liste FRITZ bleibt bei ihrem Ziel nach einer kostenlosen, flächendeckenden und flexiblen Kinderbetreuung.