Der Tiroler Landtag hat den Empfehlungen der Arbeitsgruppe behördlicher Kinderschutz nur in reduziertem Umfang die Zustimmung erteilt. Es sind die eher „weichen“ Punkte beschlossen worden, die kritischen haben nicht die Zustimmung der Regierungsparteien ÖVP und SPÖ gefunden.

„Ich finde das schade, besonders weil der damalige Sozialreferent Geschwentner verkündet hat ‘Der Schutz des Kindes hat oberste Priorität’. Ich verstehe nicht, warum man die Empfehlungen nicht nach Punkt und Beistrich umsetzen will, denn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Arbeitsgruppe sind namhafte Persönlichkeiten mit hoher Kompetenz in diesem Bereich“, zeigt sich LA Haselwanter-Schneider enttäuscht.

Gewalt in der Familie und Armut hängen zusammen!

Es gibt keine genauen Zahlen, wie viele Tiroler Kinder in ihren Familien Gewalt erleben und in welcher Form sie stattfindet. Gewalt hat immer schwerwiegende Folgen, egal wer sie an wem ausübt. So heißt es im Bericht der Arbeitsgruppe: „Es gilt, kontinuierlich an der Armutsbekämpfung, einer modernen Bildungspolitik, einer ausreichenden Kinderbetreuung und der Entwicklung einer Kultur der Gewaltlosigkeit zu arbeiten. Dies sind zentrale Faktoren zur Entspannung sozialer Konflikte und zur Sicherung des Kindeswohls“.

„Armut und Kinderarmut, sagt ÖVP Familienlandesrätin Zoller-Frischauf, gibt es bei uns nicht. Das, obwohl bereits 44.000 Kinder in Österreich unter Sozialhilfebedingungen leben. Wir müssen in Zeiten der Wirtschaftskrise noch mit einem weiteren rasanten Anstieg rechnen. Armut drängt Menschen in eine bestimmte Ecke und es ist sehr schwer hier wieder herauszukommen. Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen, dass Kinder in diesem Land nicht ins Abseits gedrängt zu werden. Armut führt zu vielen sozialen Problemen, auch zu Gewalt“, so Haselwanter-Schneider.

„Es gibt auch Möglichkeiten zur Gewaltprävention. Der Elternverein der Schule, die mein Sohn besucht, hat kürzlich ein Gewaltpräventions -Seminar für die Schülerinnen und Schüler angeboten. Die Kinder haben das mit Begeisterung besucht. Warum muss dafür der Elternverein zuständig sein und warum muss das auf freiwilliger Basis stattfinden? Solche Projekte gehören verpflichtend in Schulen integriert“, meint LA Haselwanter-Schneider.