Kinderbetreuung

„Gerade bei den Kindern von 0 bis 3 Jahren müssen wir einen gewaltigen Betreuungs-Notstand feststellen. 90% der Betreuung läuft hier auf privater Basis. Mit hohen Kosten von bis zu 280 Euro pro Monat inklusive Mittagessen. Wer soll sich das leisten können? Die Nachfrage ist jedenfalls enorm. Zwischen 2001 und 2008 hat es eine Zunahme von 72 % gegeben. Tirol ist in Sachen Kinderpolitik nach wie vor ein Land der Patriarchen und Pharisäer. Die Landesregierung redet immer nur über bessere Kinderbetreuung anstatt endlich zu handeln. Es ist 5 vor 12. Sie brauchen die Gesetze nur abschreiben. In der Steiermark gibt es den Kindergarten gratis in Oberösterreich kommt er ab Herbst. Notwendig sind ein Gesamtkonzept für die Gratis-Kinderbetreuung sowie Geld und guter Wille!“, sagt LA Fritz Dinkhauser von der zweitstärksten politischen Kraft im Land.

Es braucht ein Gesamtkonzept für die Gratis-Kinderbetreuung dazu Geld und guten Willen!

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol wird in der aktuellen Stunde beim Landtag nächste Woche das Thema „Beruf und Familie -Der tägliche Stress und die finanziellen Sorgen der Eltern“ aufs Tapet bringen. Die Ziele der Liste Fritz dazu im Detail:

  • Ganztägig kostenlos als erster Schritt für alle Kinder unter 6 Jahren

  • Ganzjährig geöffnet, auch in den Kurzferien und Fenstertagen

  • Tatsächlich bedarfsgerechte Öffnungszeiten

  • Flächendeckender Ausbau. Das schafft ausreichend Plätze für alle Kinder bis zum Schuleintritt

  • Angebot eines warmen, vorwiegend biologischen Mittagessens

  • Qualitative Betreuung und ausreichendes Personal

  • Entsprechend gute Raumkonzepte (ausreichend Platz und Freiräume)

  • Gesetzlich festgeschriebenes Recht auf Kinderbetreuung

Reden wir von Kinderbildung, nicht nur von Kinderbetreuung!

„Wir erinnern Landeshauptmann Platter an seine Worte, Tirol werde das kinder- und familienfreundlichste Land. Er soll es auch umsetzen. Noch immer sind 80% der Kindergärten nur vormittags geöffnet. Noch immer haben wir keine Harmonisierung bei den Öffnungs- und Ferienzeiten und genau so wenig bei den Kosten. Es braucht einen Umdenkprozess, es gibt keine Rabenmütter. Viele Mütter müssen arbeiten gehen, viele wollen arbeiten gehen. Reden wir nicht nur von Kinderbetreuung, reden wir von Kinderbildung. Kindergärten sollen Bildungseinrichtungen werden. Dazu müssen wir auch das Personal aufstocken. 1 Pädagogin für 19 Kinder und eine halbe AssistentInnenstelle dazu bei 25 Kindern reicht nicht aus. Außerdem beweisen US Langzeitstudien, dass Kinder bei guter Betreuung bessere Karrierechancen und mehr Verdienst haben und sie weniger krank, weniger arbeitslos und selbstbewusster sind.“, weiß die Mutter, Pädagogin und LA Dr. Andrea Haselwanter-Schneider.