Kinderarmut
Laut Zahlen der Statistik Austria sind in Tirol 19.800 Kinder armutsgefährdet. Kinderarmut ist Familienarmut. Sie hat viele Ursachen, etwa die zweitniedrigsten Einkommen in Tirol, viele Frauen in Teilzeitjobs oder in geringfügiger Beschäftigung, hohe Kosten für das Wohnen dazu ein lückenhaftes Netz bei der Kinderbetreuung. Besonders betroffen von Armut sind in Tirol die 6.800 AlleinerzieherInnen-Haushalte, in denen 9.400 Kinder leben sowie Familien mit drei und mehr Kindern. 2007 waren in solchen Mehrkind-Familien 15.500 Erwachsene und Kinder armutsgefährdet.

Zum Nachlesen:

Arme Kinder. Armes Land.

„Die Kinderarmut wie die Armut in Tirol muss die Landesregierung bekämpfen. Arme Kinder bedeuten ein armes Land! Es genügt nicht die Realität austricksen zu wollen, indem man sich angebliche Armutsstudien schön redet und schreibt. Wir sind nicht die Schlechtmacher vom Dienst, aber wir müssen der Realität ins Auge blicken. Es gibt viele, denen es gut geht im Land, aber es gibt tausende, denen es sehr schlecht geht. Wir müssen den Wohlstand besser verteilen. Wir sind ein Land mit großer Wirtschaftskraft, aber die muss sich auf das Leben der Menschen auswirken. Vorarlberg liegt nur ein paar Kilometer westlich und dort verdienen die Menschen am zweitmeisten von allen Österreichischen Bundesländern. In Tirol am zweitwenigsten!“, sagt LA Fritz Dinkhauser.

Bildung als Chance gegen die Armut

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol zählt einige Ursachen der Armut und Armutsgefährdung auf: Tirol hat die zweitniedrigsten Einkommen. Rund 36.000 Tiroler gehören zu den so genannten working poor. Sie finden mit ihrem Einkommen kein Auskommen. Ein weiteres großes Problem: Nur 52% der Tiroler arbeiten das ganze Jahr Vollzeit. Teilzeitbeschäftigte verdienen in Tirol aber nur 49% eines Vollzeitbeschäftigten. 2007 waren in Tirol 16.800 Personen armutsgefährdet, weil sie nicht ganzjährig beschäftigt waren.

„Wir müssen auf die Bildung setzen. Herkunft ist immer noch Zukunft. Nur 5% der Kinder aus ärmeren Familien schaffen einen Uni-Abschluss, aber 46% der Kinder aus Akademiker-Haushalten. Ich fordere, dass kein Tiroler ohne Schul- oder Berufsabschluss bleibt. Derzeit sind es jährlich 1000 junge Menschen. Das ist kein gerechtes Tirol!“, so LA Dinkhauser.

Taten statt Worte: Liste Fritz setzt zwei Initiativen im Landtag

„Es ist zu wenig, wenn die Landesregierung mit denen, denen es gut geht skifahren geht. Sie muss die Schwachen stärken. Kinderarmut heißt Lebenschancen nehmen und es ist beschämend, wenn 19.800 Kinder in Tirol armutsgefährdet sind. Die Landesrätin Zoller-Frischauf soll uns im Landtag konkret sagen, was sie gegen Kinderarmut tut. Erst recht in Zeiten von Kurzarbeit, Leiharbeit und Arbeitslosigkeit. Wir wollen ein vierteljährliches Monitoring zur Armut in Tirol für den Landtag. Es sind die Wohnungskosten zu senken und der Zugang zu Freizeiteinrichtungen muss allen Familien lietsbar gemacht werden. Die Landesregierung muss sich überlegen, ob sie in einen millionenteuren Erkundungsstollen oder in Kinderbetreuung und Unterstützung der Tiroler Familien investieren will!“, sagt LA Bernhard Ernst.

Dringlichkeitsantrag der Liste Fritz “Arme Kinder, armes Land – Schritte zur Bekämpfung von Kinderarmut in Tirol” im Detail.