Ein Vater mit seinem behinderten Kind

Die eigentliche Aufgabe von Schulassistenten ist es, Kinder in der Regelschule, also in der Volksschule, Hauptschule und Neuen Mittelschule, zu begleiten und zu betreuen. Für diese Schultypen ist das Land Tirol zuständig und verantwortlich.

“Mit Hilfe der Schulassistenz sollen Kinder mit Behinderung die Regelschule besuchen können und nicht in die Sonderschule müssen. Es geht hier um eine tatsächliche Wahlfreiheit bei der Schulwahl für die Tiroler Eltern und Kinder. Bei fehlender oder stark eingeschränkter Schulassistenz bleibt nur der Weg in die Sonderschule. Das ist dann zwar eine Wahlfreiheit am Papier, aber keine Wahlfreiheit in der Praxis. Wer sich dazu bekennt, dass Kinder mit Behinderung die Regelschule besuchen können, muss sich auch vorbehaltlos zu einer stärker ausgebauten Schulassistenz bekennen. Auch wenn das Mehrkosten bedeutet”, erklärt Klubobfrau LA Andrea Haselwanter-Schneider.

Liste FRITZ hakt mit schriftlichen Anfragen nach

Was die Probleme bei der Schulassistenz betrifft, hat die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol im Juni-Landtag mit zwei schriftlichen Anfragen an die zuständigen Landesrätinnen, Christine Baur und Beate Palfrader, nachgehakt. Die Defizite bei der Schulassistenz sind dabei klar zu Tage getreten.

Zum Nachlesen:

Andrea Haselwanter-Schneider von der Liste FritzEs geht um behinderte Kinder und ihre Eltern

“Das Land Tirol gibt rund eine Million Euro pro Jahr für die Schulassistenz aus, dennoch muss klar sein, dass es nicht um die Förderung einer Schule geht, sondern um die Förderung von Tiroler Familien mit gehandicapten Kindern. Es darf nicht sein, dass ein Kind, das nur ein Bein hat und sehr intelligent ist, keine Möglichkeit hat, in eine AHS zu gehen, nur weil es etwa Unterstützung bei den Wegen im Schulhaus oder beim Toilettenbesuch brauch”, ist Haselwanter-Schneider überzeugt.

Schulassistenz ist auszubauen!

“Die Probleme bei der Schulassistenz sind nicht neu und den politisch Verantwortlichen seit längerem bekannt. Die Deckelung mit 23 Stunden pro Woche mag für die Volksschule ausreichend sein, aber für Hauptschule und Neue Mittelschule ist sie zu wenig. Schulische Zusatzangebote, wie eine Wien-Woche, sind mit 23 Wochenstunden nicht zu schaffen. Natürlich hat jedes Kind auch einen individuellen Bedarf. Es braucht eine einheitliche Ausbildung für die Schulassistenten, andere Bundesländer wie Oberösterreich haben diese. Es braucht eine klare Regelung, wer die Schulassistenten anstellt und sie sind ihrer Aufgabe angemessen zu entlohnen. Was auf keinen Fall sein darf ist, dass jetzt ein Streit um fehlende und nicht ausreichende Rahmenbedingungen auf dem Rücken der betroffenen Kinder und Eltern ausgetragen wird!”, schlägt Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider eine Gesprächsrunde aller Beteiligten vor.