Kinderarmut in Tirol mit konkreten Maßnahmen bekämpfen

Alarmierende Zahlen

Im Jahr 2007 (EU-SILC-Studie) haben 130.000 Kinder und Jugendliche in armutsgefährdeten Haushalten gelebt. Die neuesten Zahlen belegen eine dramatische Steigerung: 150.000 Kinder sind von Armut bedroht, 124.000 gelten als manifest arm, 30.000 sind auf Jugendhilfe angewiesen und 8.000 brechen jährlich die Schule ab.

Lebenshaltungskosten als Armutsfalle

„Diese Zahlen sind alarmierend und sollten die zuständigen Bundes- und Landespolitiker endlich wachrütteln. Die armen Kinder von heute sind die chronisch kranken Erwachsenen von morgen. Neben dem persönlichen Leid dieser Kinder muss uns auch der zu erwartende dramatische Anstieg bei den Gesundheitsausgaben handeln lassen. Die Tiroler Landesregierung ist aufgefordert einen Maßnahmenkatalog auszuarbeiten und vorzulegen. Die Armut der Kinder hängt auch mit der Situation in Tirol zusammen, wo die Menschen nach wie vor die niedrigsten Löhne bekommen. Aber gleichzeitig am meisten fürs Wohnen ausgeben müssen. Zwischen 30 und 50 Prozent des Einkommens gehen so allein fürs Wohnen drauf. Um die hohen Lebenshaltungskosten, den teuren Sprit, die hohen Gas- und Stromkosten zu bestreiten, bleibt dann wenig übrig. Es ist unsozial und ungerecht, dass die Regierungsparteien ÖVP und Grüne konkrete Hilfsmaßnahmen, wie einen um 20 Prozent günstigeren Sondertarif für kinderreiche Familien, Alleinerziehende oder Wenigverdiener, im Landtag ablehnen. Eigene Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Kinder und Familien setzen sie aber nicht!”, stellt FRITZ-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider fest.

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol erinnert Landeshauptmann Platter an seine Ansage, Tirol zum familienfreundlichsten Bundesland machen zu wollen.

Die Liste Fritz Landtagsabgeordneten Haselwanter-Schneider und Brugger

„Es ist bei der bloßen Ankündigung Platters geblieben, die betroffenen Menschen spüren nichts davon. Die Fachleute schlagen etwa im Bereich der psychischen Erkrankungen Alarm. Seit Jahren fordern wir deshalb, dass es für Kinder die Psychotherapie auf Krankenschein geben muss bzw. dass ein verstärktes Angebot an Therapeuten für Kinder und Jugendliche zur Verfügung stehen muss. Umgesetzt ist dazu nichts! Im Gegenteil, das Beispiel des fehlenden Personals an der Kinderstation Kufstein zeigt, welch geringes Augenmerk der Kindergesundheit in Tirol von Seiten der zuständigen schwarz-grünen Landesregierung geschenkt wird. Auch der Umstand, dass es immer noch zu wenige Plätze für Kinder aus zerrütteten Familien gibt und das Land Tirol daher mehr als 100 Kinder und Jugendliche in andere Bundesländer und ins Ausland schickt, ist der Landesregierung seit Jahren bekannt und bleibt unerledigt!”, sieht Andrea Haselwanter-Schneider dringenden Handlungsbedarf.