Pflege

Darunter Soziallandesrat Reheis, Volksanwalt Hauser, der stv. Leiter der Sozialabteilung, die Heimanwältin, Landtagsabgeordnete verschiedener Fraktionen (außer der ÖVP) und Praktiker aus Heimen und Sozialsprengeln.

“Die größte Angst haben alte Menschen nicht vor dem Sterben, sondern vor der Versorgung im Alter. Wo kann ich wohnen, kann ich es bezahlen, ist mein Platz gesichert? Rund 60% der Menschen kommen unfreiwillig ins Heim, der Großteil möchte zu Hause alt werden. Tirol muss daher die Pflegenden daheim stärken, die ambulante Pflege mit Pflegekräften und Haushaltshilfen ausbauen”, erklärt Referentin Roswitha Scheibeck.

Neue Ideen fürs Wohnen und Leben im Alter!

“Tirol braucht neue Wohn- und Lebensformen für alte Menschen, wie teilstationäre Dienste, Mehrgenerationenhäuser, Hausgemeinschaften, Alten WG und kleine Wohngruppen mit verteilten Aufgaben. Dafür muss die Landespolitik die Anschubfinanzierung gewähren. Schließlich braucht Tirol ein Demenzkompetenzzentrum, denn 65% der Heimbewohner leiden unter Demenz“, stellt Referentin Roswitha Scheibeck fest.

Pflege ist Zukunftsthema!

Für die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol ist die Pflege in Tirol das Zukunftsthema. So gibt es derzeit 12.500 Tiroler, die über 85 Jahre alt sind. Die Bevölkerungsentwicklung zeigt: Tendenz steigend. Die Pflegekosten explodieren: Die Vorarlberger Landesregierung rechnet mit einem Anstieg um 70%, Oberösterreich und das Burgenland mit einem Anstieg um 50% bis zum Jahr 2020.

Pflegefall Politik: Sie wartet ab!

„Der größte Pflegefall in Tirol ist die Politik. Sie schaut zu und wartet bis das Problem riesengroß und unfinanzierbar ist. Die Mitarbeiter der 83 Tiroler Heime bemühen sich, aber sie und die zu Pflegenden leiden unter dem unmenschlichen Minutenschlüssel und unter der falschen Pflegegeld-Einstufung. Daher haben wir dazu im Landtag schon mehrmals Reformen verlangt, die ÖVP und SPÖ abgelehnt haben”, berichtet LA Andrea Haselwanter-Schneider.

Pflegeversicherung als Idee!

“Was die langfristige Finanzierung der Pflege betrifft, müssen wir die Idee einer solidarischen Pflegeversicherung wie in Deutschland ernsthaft angehen. Es ist jedenfalls zu wenig, wenn die Landesregierung ihr Heil nur im Bau neuer Heime und in der Ausbildung neuer Pflegekräfte sucht“, erklärt Sozialsprecherin LA Andrea Haselwanter-Schneider.

Zur Referentin Roswitha Scheibeck:
Sie war Beauftragte für das Qualitätsmanagement und Pflegedirektorin des Klinikums Innenstadt der Ludwig-Maximilian-Universität München. Dabei war sie Chefin über 3.000 Pflegekräfte. Gründerin des deutschen Pflegerates und politisch im gesellschaftspolitischen Ausschuss der CSU Bayern aktiv.