Pflege

„Erfolgreiche Initiativen haben bekanntlich viele Väter, in diesem Fall darf ich mich als eine Mutter des Pilotprojektes für eine bessere und gerechtere Pflegegeld-Einstufung in Tirol bezeichnen. Wir haben im Landtag mehrere Anträge für eine Reform der Pflegegeld-Einstufung eingebracht, die ÖVP und SPÖ anfangs noch abgelehnt haben. Erst nach einem vernichtenden Bericht des Bundesrechnungshofes hat SPÖ Sozialminister Hundstorfer die Reform der Pflegegeld-Einstufung in Angriff genommen. Es freut mich, dass Tirol jetzt eine von fünf Modellregionen ist, in der neben einem Arzt auch das Pflegepersonal zur Pflegegeld-Einstufung heranzuziehen ist“, erklärt Sozialsprecherin LA Dr. Andrea Haselwanter-Schneider.

Bisherige Praxis der Pflegegeld-Einstufung reine Momentaufnahme!

„Viele Betroffene wollten den Gutachtern zeigen, was sie noch alles selbst können und haben sich ´von ihrer besten Seite` gezeigt. Die Pflegegeld-Einstufung war bisher eine Lotterie! Ein Arzt hat festgelegt, wie pflegebedürftig ein Patient ist, ohne den Betreffenden wirklich zu kennen und ohne andere Experten einzubinden. Die finanziellen Auswirkungen einer zu niedrigen Pflegegeld-Einstufung sind enorm. Zwischen der Pflegegeld-Stufe 1 (Pflegebedarf über 50 Stunden) mit 154,20 €, der Pflegegeld-Stufe 3 (Pflegebedarf über 120 Stunden) mit 442,90 € und der höchsten Pflegegeld-Stufe 7 (Pflegebedarf über 180 Stunden) mit 1.655,80 € monatlich klafft nämlich eine riesige finanzielle Lücke“, sagt LA Haselwanter-Schneider.

Dauerhafte Verbesserung, nicht nur ein Pilotprojekt!

Andrea Haselwanter-Schneider„Entscheidend ist, dass wir in allen Regionen des Landes eine gerechtere Pflegegeld-Einstufung umsetzen. Das Aus für das bisherige Lotteriespiel kommt den zu Pflegenden und ihrer Angehörigen zugute. So wie in Bayern üblich, müssen generell Pflegepersonen bei der Einstufung mit dabei sein. Wie sehr es bisher an der Qualität gemangelt hat, beweist der Bericht des Bundesrechnungshofes vom Sommer 2009. Laut Bundesrechnungshof haben Standards für die Auswahl und Einschulung der Gutachter gefehlt, manche Ärzte haben bis zu 18 Gutachten an einem Tag vorgenommen und in einem Fall hat ein Arzt sogar 13 Begutachtungen an einem Feiertag gemacht. Es ist hoch an der Zeit, dass die Pflegegeld-Einstufung gerechter wird!“, so LA Andrea Haselwanter-Schneider.