Lebensmittel

“Wenn ich die Fotos von den weggeschmissenen Lebensmitteln sehe, blutet mir das Herz und gleichzeitig steigt mir der Zorn auf. Vor genau vier Monaten hatten wir dieselbe Diskussion mit tonnenweise zum Verrotten weggeschmissenem Gemüse und jetzt die Debatte über Würste, die statt auf dem Teller in der Tonne landen”, ärgert sich LA Fritz Dinkhauser.

Lebensmittel verwenden statt verschwenden!

“Einerseits sind rund 100.000 Tiroler armutsgefährdet, viele finden mit ihrem Einkommen kein Auskommen und können es sich nicht leisten, Freunde oder Bekannte zum Essen einzuladen, geschweige denn auswärts essen zu gehen. Und andererseits werden genießbare Lebensmittel weggeschmissen oder verrotten auf den Feldern. Alle paar Monate führen wir diese Debatte samt großer Aufregung aufs Neue, aber danach ändert sich wieder nichts. Das ist nicht akzeptabel, Politik, Produzenten und Konsumenten stehen in der Pflicht!“, meint Fritz Dinkhauser.

Politik für gesetzlich Rahmenbedingungen verantwortlich

“Im aktuellen Fall ist zu fragen, ob das Lebensmittelgesetz besonders klug ist oder adaptiert gehört? Außerdem gibt es Möglichkeiten, auch Ware, die bald abläuft, an die Menschen zu bringen, wie jede Hausfrau weiß. So kann man diese Produkte einfrieren oder sofort verkochen. Auch ist es möglich, sie an Krankenhäuser, Alters- und Pflegeheime abzugeben, die diese genießbaren Lebensmittel tagesaktuell verarbeiten können”, schlägt Dinkhauser vor.

Zum Nachlesen:

  • FRITZ-Antrag “Einsatz von regionalen Produkten in Landesbetrieben”, April 2009
  • Schriftliche Anfrage “Einsatz von regionalen Produkten in landesnahen bzw. –eigenen Betrieben”, September 2009
  • Schriftliche Anfrage “Tiroler Obst und Gemüse: Vom Feld auf den Teller. Wie kann die Politik dazu beitragen, dass weniger heimische Produkte vernichtet werden müssen?”, September 2012
  • Schriftliche Anfrage “Klare Antworten statt Ausreden: Regionale Produkte in Landesbetrieben – Ja oder Nein?”, Dezember 2012

Genügend Abnehmer für heimische Lebensmittel…

“In Tirol haben wir 12 Sozialmärkte mit mehreren tausend Kunden, es gibt mehr als 80 Alten- und Pflegeheime, das Großunternehmen Klinik Innsbruck, die Bezirkskrankenhäuser sowie zahlreiche Schul- und Betriebskantinen im ganzen Land. Es kann mir niemand erzählen, dass eine geeignete Logistik dafür nicht endlich aufzubauen ist”, zeigt Fritz Dinkhauser auf.

…aber Landesregierung setzt FRITZ-Antrag für mehr heimische Lebensmittel nur schleppend um!

“Wir haben schon 2009 per Landtagsantrag gefordert, generell mehr heimische Lebensmittel in landeseigenen und landesnahen Einrichtungen zu verarbeiten. Das schafft und sichert mehr Absatz für die Bauern und Produzenten und bringt gesunde Lebensmittel aus der Region in Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie Schul- und Großküchen. Unseren Antrag hat der Landtag zwar einstimmig angenommen, aber wie viel mehr heimische Lebensmittel heute wirklich verarbeitet werden, ist von den zuständigen Landesräten trotz mehrmaliger Nachfragen nicht erhellend herauszufinden. Eine schlüssige Idee scheitert so an ihrer halbherzigen Umsetzung durch die Politik!”, stellt Fritz Dinkhauser klar.

Eigener Markt für günstigere Zweite-Wahl-Produkte?

„Warum gibt es nicht regelmäßig einen eigenen Markt in Innsbruck, wo Bauern ihre Zweite-Wahl-Produkte günstiger anbieten, die zwar optisch nicht einwandfrei, aber bestens genießbar sind? Vielen Tiroler Konsumenten wäre damit sicher geholfen. Das tonnenweise Wegschmeißen von genießbaren Lebensmitteln in ganz Tirol darf jedenfalls nicht die einzige Möglichkeit sein“, setzt Fritz Dinkhauser auf weitere Verbesserungsvorschläge.

Foto: Schnappschuss, pixelio.de