Ein erschöpfter Arzt

Der zuständige ÖVP-Landesrat Bernhard Tilg hat bis dato jedes Gespräch mit den Spitalsärzten verweigert, sodass die Ärzte jetzt Protestmaßnahmen ankündigen müssen, um sich Gehör und einen Gesprächstermin zu verschaffen.

Von Tilgs unerträglicher Arroganz…

“Die Arroganz des zuständigen ÖVP-Landesrates Tilg ist unerträglich und gefährlich für die Tiroler Patienten. Er verweigert den Spitalsärzten jeden Gesprächstermin und akkordiert erst auf öffentlichen Druck hin eiligst einen runden Tisch. Die vielen Spitalsärzte, darunter besonders betroffen die vielen Jungärzte, kümmern sich um nicht weniger als die Gesundheitsversorgung der Tiroler Bevölkerung!”, erklärt Klubobfrau LA Andrea Haselwanter-Schneider.

…zu den schlechten Arbeitsbedingungen, besonders der Jungärzte!

“Wenn mir ein Arzt erzählt, dass er 14 Operationen an einem Samstag durchgeführt hat, wenn eine Jungärztin 1.300 Euro verdient und 1.100 Euro für ihre Wohnung zahlen muss und wenn eine Ärztin klagt, sie und ihr Partner hätten gerne ein zweites Kind, könnten es sich aber nicht leisten, dann läuft´s gewaltig schief! Wenn die Ärzte unter solchen Rahmenbedingungen arbeiten und es zu wenige Ärzte in den Spitälern gibt, dann leiden darunter die Tiroler Bürger. Zu allererst und besonders jene, die sich keine Privat- und Zusatzversicherungen leisten können. Diese Zwei-Klassen-Medizin verantwortet ÖVP-Landesrat Tilg, der in den vergangenen fünf Jahren keine der vielen Baustellen im Gesundheitswesen geschlossen hat”, kritisiert Andrea Haselwanter-Schneider.

Liste FRITZ: ÖVP-Landesrat Tilg verantwortet zahlreiche offenen Baustellen im Gesundheitsbereich:

  1. Zusammenarbeitsvertrag MUI – TILAK fehlt weiterhin: die zuständige ÖVP-Bundes- und ÖVP-Landespolitik leistet sich weiterhin teure Doppelgleisigkeiten auf dem Rückend er Steuerzahler anstatt das Geld in der Verwaltung einzusparen und es für Patienten und Mitarbeiter einzusetzen.
  2. Tiefrote Zahlen im TILAK-Budget: nach 32 Mio. € im Jahr 2012 ist im laufenden Jahr ein Abgang von 43 Mio. € budgetiert
  3. Millionenpaket Privatarzthonorare nicht geregelt: der Klinik entgehen jährlich Millionen, weil Primarii Geld privat kassieren anstatt es der Klinik abzutreten, wie es an anderen Kliniken verlangt wird

Untätige Landespolitik setzt Gesundheitsversorgung aufs Spiel

“Natürlich verlängern sich die Wartezeiten für die Patienten ständig, wenn es einerseits immer weniger ärztliches Personal gibt und stattdessen die Verwaltung immer mehr aufgebläht wird und wenn andererseits viele Ärzte lieber außerhalb privat operieren als an der Klinik. Schlechte Rahmenbedingungen, wie Überbelastung und niedriges Gehalt, besonders bei den Jungärzten, sowie fehlende politische Entscheidungen sorgen dafür, dass bei den engagiertesten Ärzten und Spitalsmitarbeitern die Motivation zusehends verloren geht. Weil Freunderlwirtschaft, Seilschaften und Überbelastung regieren, wandern immer mehr Spitzenleute ab“, stellt Andrea Haselwanter-Schneider fest.