Fritz-Stammtisch in Schwaz

„Tirol ist auf dem Bettenbautrip!“ beschreibt LA Andrea Haselwanter-Schneider die derzeitige, falsche Entwicklung in der Pflege. Die Betreuung im Heim ist nicht nur teuer, sondern oft auch nicht das, was sich ältere Menschen für ihren Lebensabend wünschen.

„Für ein Pflegebett zahlt die öffentliche Hand monatlich rund 1.400 Euro, wenn die Politik den ambulanten Bereich mit einem Teil dieser Summe unterstützen würde, könnten viel mehr Menschen daheim alt werden.“

Nach wie vor kritisch ist der Minutenschlüssel anzusehen, da viele Menschen nicht ihrem wirklichen Pflegebedarf entsprechend eingestuft sind. Auch ein Stammtisch-Besucher bemängelt, wie wenig Zeit für den Einzelnen in der Pflege bleibt. Er selbst fährt „Essen auf Rädern“. Für ein persönliches Wort bleibt beim Ausliefern der Essen leider nie Zeit.

Das Thema Agrargemeinschaften ist nach wie vor aktuell. Seit Juni 2008 liegt die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes zugunsten der Gemeinden vor. Seit Februar 2010 gibt es das neue Agrargesetz. Keine einzige der bis zu 200 betroffenen Gemeinden hat bisher einen einzigen Cent ihres Vermögens bekommen. Alle Anträge im Landtag scheitern an den Regierungsparteien ÖVP und SPÖ. „Nicht einmal die 7 Bürgermeister, die für ÖVP und SPÖ im Landtag sitzen, haben sich getraut, für die Bürger ihrer Gemeinden zu stimmen“, berichtet Agrarexperte LA Andreas Brugger.

Fritz-Stammtisch in SchwazFür mehr direkte Demokratie und mehr Bürgerbeteiligung setzt sich LA Gottfried Kapferer ein. Er hat im Landtag die Verbindlichkeit von Volksbefragungen beantragt. Das heißt, wenn eine Volksbefragung auf Gemeindeebene durchgeführt wird, soll das Ergebnis bei der Teilnahme von mehr als 50% der Wahlberechtigten bindend sein. So wie in der Landeshauptstadt Innsbruck. ÖVP und SPÖ haben aber dagegen gestimmt und der Antrag ist damit abgelehnt.

Hier hakt eine Stammtisch-Teilnehmerin ein und bemängelt die Art und Weise wie viele Politiker mit den Ideen und Meinungen der Bürger umgehen. „Probier heute mal mit irgendwem zu reden, der etwas zu sagen hat. Da hört dir keiner zu. Gott sei dank ist das bei euch anders“.