Ein Kind

“Oft gehört, immer seltener zu glauben. Gut aufgestellt ist laut Selbstbeweihräucherung der ÖVP das Land bei der Kinderbetreuung. Die Erfahrungen betroffener Eltern widerlegen die ÖVP. Nach wie vor ist die Kinderbetreuung in vielen Gemeinden ein Fleckerlteppich”, erläutert LA Andrea Haselwanter-Schneider.

Was versteht die ÖVP unter ganztägig und ganzjährig?

“Von ganzjährig und ganztägig spüren die Eltern wenig, sie berichten von großen Lücken. Ganztägig heißt nicht bis 12.00 oder bis 14.00 Uhr geöffnet zu haben und ganztägig heißt nicht, dass die Kinderbetreuungseinrichtung am Freitag zu Mittag zusperrt. Ganzjährig wiederum bedeutet nicht, dass es mehr als zehn Wochen lang ´Geschlossen wegen Ferien` heißt, schließlich hat ein Arbeitnehmer gerade fünf Wochen Urlaub. Gemeindeübergreifende Angebote sind zwar grundsätzlich in Ordnung, ob sie den Eltern aber nützen hängt vom Transport der Kinder ab, wer organisiert und bezahlt ihn?”, führt Andrea Haselwanter-Schneiderr aus.

Hintergrund & Wissen: So schauts mit der Kinderbetruung in Tirol aus (Stand Sommer 2011)

ÖVP-Landesrätin für stümperhafte Umsetzung verantwortlich!

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol sieht die Platter-Regierung in der Pflicht, im Sinne der Eltern für eine lückenlose Umsetzung des im Landtag einstimmig beschlossenen Gesetzes für eine ganztägige und ganzjährige Kinderbetreuung zu sorgen.

“Wenn viele Eltern auch nach dem Ende der Übergangsfrist von Problemen und Lücken berichten, ist die ÖVP bei der Kinderbetreuung eben nicht gut unterwegs. Fakt ist, Tirol war jahrelang Schlusslicht und darf es nicht länger bleiben. Der Ausbau der Kinderbetreuung ist eine Forderung der EU, des Bundes und des Landtages, die Umsetzung durch die Landesregierung stümperhaft. Das ist keine ehrliche und aufrechte Familienpolitik. Es ist bezeichnend, wenn die zuständige ÖVP-Landesrätin Palfrader nicht einmal in ihrem Bezirk Kitzbühel für eine lückenlose Umsetzung im Sinne der betroffenen Eltern sorgen kann, wie das Beispiel Westendorf zeigt”, stellt Fritz Dinkhauser fest.

Alleinerziehende Mutter mit KindBeispiel einer Familie widerlegt ÖVP-Selbstbeweihräucherung!

Stellvertretend für andere Familien, sei der Bericht einer Familie aus Westendorf zitiert:

„Für meinen unter 3-jährigen Sohn gibt es jedenfalls keine ganztägige, ganzjährige Kinderbetreuung in Westendorf. Ich bringe ihn jetzt von Westendorf nach Wörgl zu einer Tagesmutter (der einzig wirklich flexiblen und kindgerechten Betreuung bei uns im gesamten Brixental), um dann nach Innsbruck zu pendeln. Auch bei den über 3-jährigen heißt ganztags bis max. 17 Uhr und freitags nur bis Mittag. Auch gibt es viel mehr als 10 Wochen pro Jahr, an denen die Kindergärten/Krabbelstuben/Schulen geschlossen sind, zu den klassischen Ferienzeiten ist es äußerst schwierig, eine Kinderbetreuung zu organisieren. Wie sich das bei 5 Wochen Urlaub, die man selber hat, ausgehen soll, ist mir nicht ganz klar…Nicht jeder hat eine allzeit verfügbare Oma um die Ecke wohnen. Das traurige daran ist auch, dass die Gemeinde davon überzeugt ist, das Kinderbetreuungsgesetz zu erfüllen.“

Gute Kinderbetreuung nützt Kindern, Eltern und dem Land! 

“Mieten oder Baulandpreise sind in Tirol am Höchsten, das Schnitzel und Bier, das Heizöl, das Gas und der Sprit sind in Tirol am Teuersten. Wenn nicht beide Elternteile arbeiten, geht es sich oft nicht aus. Viele wollen arbeiten und die Wirtschaft braucht diese Arbeitskräfte. Und die 24.000 Alleinerziehenden im Land sind auf eine gut ausgebaute Kinderbetreuung sowieso angewiesen, wenn sie nicht vom sozialen Netz abhängig sein wollen”, drängt Andrea Haselwanter-Schneider auf die konsequente Umsetzung.

Umfassende FRITZ-Anfrage an Palfrader

“Die ÖVP-Politik ist nach wie vor nur halbherzig daran interessiert, den Eltern zu helfen, aber wenn es um Förderungen von Lobbys, um Prestige-Projekte wie den Landhausplatz oder das Bergisel Museum geht, spielen die Millionen keine Rolle. Frau Palfrader, Herr Platter, vom familienfreundlichsten Bundesland sehen die Tiroler Eltern wenig. Daher bringen wir eine umfassende schriftliche Anfrage ein, um den aktuellen Stand für jede einzelne Gemeinde zu erheben”, berichtet Andrea Haselwanter-Schneider.

Zum Nachlesen: Schriftliche Anfrage “Flächendeckende, ganztägige und ganzjährige Kinderbetreuung in Tirol bis September 2012. Kann eine Tiroler Familie sagen, das Ziel ist erreicht?”