Schatten von Menschen
Die Einkommenssituation eines Landes ist der Ausfluss einer guten oder schlechten Wirtschafts- bzw. Strukturpolitik. Der aktuelle Einkommensbericht des Bundesrechnungshofes zeigt dramatisch auf, dass in Tirol absoluter Handlungsbedarf gegeben ist. Das niedrigste Einkommen und die höchsten Lebenshaltungskosten Österreichs können so nicht hingenommen werden.

Die Fakten:

  • Tirol hat den niedrigsten Angestelltenanteil mit 45,9% (Österreich-Durchschnitt 54,5%)
  • Tirol hat den höchsten Arbeitnehmeranteil in der Niedriglohn-Branche Tourismus.
  • Tirol zahlt dabei noch die höchsten Löhne im Österreich-Durchschnitt.
  • Tirol hat zu wenig Industrie- bzw. Großbetriebe. Wir stellen Einkommensrückgänge in Klein- und Kleinstbetrieben fest und Einkommenszuwächse bei größeren Betrieben. Tiroler Großbetriebe haben ein Einkommensplus von 55% gegenüber
    Kleinbetrieben.
  • Tirol hat die niedrigste Beschäftigungsdauer aller Bundesländer. Die Beschäftigungsdauer wirkt sich am stärksten auf Verdiensthöhe und letztlich auf die Pension aus. Im Bezirk Landeck etwa arbeiten 50% aller Arbeitnehmer nur ein halbes Jahr.
  • Hoher Ausländeranteil: 13,7% Ausländeranteil = 39.356 Personen. Wobei ausländische Arbeitnehmer im Vergleich zu Tirolern um 15-20% weniger verdienen.

Mögliche Lösungen:

  • Tirol braucht mehr Qualitäts- und weniger Massentourismus.
  • Tirol braucht Ganzjahresarbeitsplätze im Tourismus.
  • Tirol braucht einen Quantensprung in der Bildung: vom Arbeiter zum Facharbeiter zum Fachhochschüler.
  • Tirol braucht Innovation – Ideen – Initiativen für Klein- und Mittelbetriebe. Forschungsentwicklung, kreative Produkte, Spezialisierung.
  • Industrieanteil Tirols erhöhen – Umwandlung von derzeitigen Gewerbe- zu Industriebetrieben. Lohn um bis zu 50 % höher wie bei Klein- und Mittelbetrieben.

“Die Tiroler Bevölkerung leidet seit Jahren unter den höchsten Lebenshaltungskosten und den niedrigsten Einkommen und braucht endlich politische und wirtschaftliche Lösungen. Ich erwarte mir aufgrund des Rechnungshofberichtes kein politisches Beruhigungspaket sondern ein offensives Strukturpaket”, sagt LA Fritz Dinkhauser von der zweitstärksten Kraft im Tiroler Landtag.