Kinderbetreuung

„ÖVP Familienlandesrätin Zoller-Frischauf hat heute Mittag im Landtag ihre beeindruckende Abgehobenheit einmal mehr unter Beweis gestellt. Sie hat sinngemäß ausgeführt, wirkliche Armut gebe es in Ländern der Dritten Welt. In Afrika und Brasilien seien Kinder arm, nicht in Tirol. Dabei weiß sie, dass es 19.800 armutsgefährdeter Kinder im Land gibt. Dass besonders Alleinerzieherinnen und Mehrkind Familien von Armut betroffen sind. Dass ihr Familieneinkommen um 6000 € bzw. um 3000 € unter dem Österreich-Jahresdurchschnitt liegt. Gerade diese Tirolerinnen und Tiroler sind auf ein bedarfsgerechtes Angebot zur Kinderbetreuung angewiesen. Nach dem Sager der ÖVP Wirtschaftslandesrätin, wonach die Massenentlassung bei Swarovski das Land Tirol nicht umbringen würden, folgt heute also der nächste verbale Tiefschlag. Die sozialen Probleme, mit denen sich viele Tirolerinnen und Tiroler täglich herumschlagen müssen, sind offenbar noch nicht in die Welt der zuständigen Landesrätin durchgedrungen!“, zeigt sich LA und Klubobmann Bernhard Ernst empört. (Foto: S. Hainz, pixelio.de)

Kinderbetreuung: Wir wollen gratis, ganztags, ganz freiwillig!

Anlass für den Eklat um die Aussage von Zoller-Frischauf war die Debatte im Tiroler Landtag zur Gratis-Kinderbetreuung. Obwohl ähnliche Anträge der Liste Fritz und der Regierungsparteien vorgelegen sind, haben die Abgeordneten der Regierungsparteien den Antrag der Liste Fritz abgelehnt.

„Zwei Anträge mit dem gleichen Ziel sind für ÖVP und SPÖ nicht dasselbe. Offenbar wird alles, was von der Opposition kommt, auch wenn es eine gute Idee ist, die man selber verfolgt, niedergestimmt und abgelehnt. Nur, weil die Opposition früher dran ist und die Tiroler Familien weitreichender entlasten will. Das ist nicht der von Landeshauptmann Platter angekündigte neue Stil, wonach keine gute Idee der Opposition abgelehnt werden würde. Der Antrag der Regierung hat noch einige Lücken. Wir fordern ein Tiroler Gesamtkonzept zur Kinderbetreuung, kein Flickwerk. Eine kostenlose, ganztägige, qualitativ hochwertige, flächendeckende Kinderbetreuung für alle Kinder bis zum Schuleintritt. Mit flexiblen Öffnungszeiten, mit dem Angebot eines Mittagstisches, mit Betreuung auch während der Ferien- und Sommerzeit. Wenn es Bundesländer wie Oberösterreich oder Wien zusammenbringen und finanzieren können, dann müssen auch wir in Tirol das schaffen!“, sagt LA Fritz Dinkhauser.