Leere Geldtasche

Das Risiko war hoch, ist hoch und es bleibt hoch! Cross Border Leasing heißt:

  • Lange Laufzeiten (in einem TIWAG-Fall bis ins Jahr 2153!)
  • Selbstbeschneidung bei der Verfügbarkeit über das Eigentum
  • Auslieferung an die internationalen Finanzmärkte
  • Komplexe Verträge
  • Gerichtsstand New York

Die TIWAG hat das Eigentum aller Tiroler – 14 Kraftwerke, 30 Bäche und einen Teil des Stromnetzes – an amerikanische Firmen, so genannte US-Trusts, verkauft und zurückgemietet.

US-Trusts haben Hand drauf auf Tiroler Eigentum!

Durch diese Cross Border-Deals kann die Landesenergiegesellschaft TIWAG nicht mehr frei über ihr Eigentum verfügen. Jeder Um- und Zubau eines Kraftwerkes braucht die Genehmigung des amerikanischen Trusts. Das kostet jedes Mal viel Geld.

Zum Nachlesen:

Zitat Landesrechnungshof Oberösterreich:

“Nach Meinung des LRH gilt für alle ihm bekannten Transaktionen österreichischer Energieversorgungsunternehmen, wie auch für die der Energie AG, dass eine verstärkte Risikodiversifizierung im Veranlagungsgeschäft sinnvoll gewesen wäre.”

Beim CBL-Risiko verschätzt!

  • Die europäischen Partner wie die TIWAG haben ihre Kraftwerke, ihre Bäche und Teil ihres Stromnetzes veranlagt. Wie ein Wertpapier, dessen Kurs steigen, aber auch fallen kann!
  • Sie haben das Risiko zu wenig bedacht, zu wenig gestreut und haben das Risiko jetzt auf Jahrzehnte gemietet.

Vieles liegt im Dunkeln!

Während die TIWAG konkrete Zahlen dazu schuldig bleibt, führt sie der Landesrechnungshof Oberösterreich (Seite 13) schonungslos an:

“Insgesamt wurde die maximale Ausfallshöhe für die beiden CBL-Transaktionen jeweils im Anhang des Jahresabschlusses der Energie AG unter den Haftungsverhältnissen ausgewiesen. Zuletzt zum 30.9.2008 wurden sie mit 1,4 Mrd. Euro beziffert. Dies entspricht 148 % des buchmässigen Eigenkapitals. Etwa die Hälfte davon entfiel auf nur einen Finanzpartnerkonzern. Die maximale Ausfallshöhe hat sich durch die Beendigung der Stromnetz-Transaktion zwar deutlich (auf 655 Mio. Euro per 31.3.09) reduziert, allerdings blieb die Konzentration auf einen Finanzpartner-Konzern bestehen.”

TIWAG-Haftungen steigen: Von 112 auf 334 Mio. €!

Die TIWAG hat in ihrer am 20. Juni in der Wiener Zeitung veröffentlichten Bilanz 2008 unter Haftung für die Besicherung der Cross Border-Deals (“letter of credit”) eine Summe von 112,5 Millionen € ausgewiesen.

Laut TIWAG-Bilanz 2011 betragen die Eventualverbindlichkeiten mittlerweile schon rund 334 Millionen €. Zitat aus der Bilanz:„Aus der Beibringung dieser Letters of Credit resultieren Eventualverbindlichkeiten, die mit dem Devisengeldkurs zum Bilanzstichtag mit € 333.839.440,81 bewertet sind“.

Angesichts der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise ist zu befürchten, dass es bei diesen Summen nicht bleiben wird…