Leere Geldtasche
„Was uns die zuständige Landesrätin heute auftischt ist keine Armutsstudie, das ist eine Verhöhnungsstudie. Da werden die Tiroler Bürgerinnen und Bürger ungeniert für dumm verkauft. Tirol hat die zweitniedrigsten Löhne Österreichs und dann sollen 30 Prozent der Tiroler mit ihrem Haushaltseinkommen zufrieden sein. Die 70 Prozent, die unzufrieden sind, werden völlig ausgeklammert. Die Realität ist aber nicht weg zu leugnen, sondern es braucht einen fundierten und seriösen Umgang mit dem Problem Armut.“, sagt LA Fritz Dinkhauser.

Landespolitik muss sich der Realität stellen!

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol verweist auf bisher vorliegendes Zahlenmaterial:

  • Tirol hat mit rund 2000 Euro die zweitniedrigsten Brutto-Löhne Österreichs. Frauen verdienen im Schnitt um 33 Prozent weniger als Männer.
  • Nicht besser geht es den Pensionisten. Die durchschnittliche Pensionshöhe hat im Vorjahr 872 Euro brutto monatlich betragen. Frauen bekommen um 40 Prozent weniger Pension als Männer.
  • Von 260.000 Erwerbstätigen arbeiten 30.000 Tiroler in Teilzeitjobs. Davon sind 90 Prozent Frauen.
  • Die Zahl derjenigen Tiroler die mit dem Einkommen nicht auskommen, steigt.
  • Jeder zehnte Tiroler gilt als armutsgefährdet.

„Die Zahlen, Daten und Fakten, die bisher vorliegen, sagen etwas ganz anderes als diese ärmliche Armutsstudie. So haben etwa 70 Prozent aller Tiroler Arbeitslosen weniger als 770 Euro pro Monat und damit liegen sie unter der Armutsgrenze. Tirol hat die höchste Zahl an Mindestrentnern mit Ausgleichszulage. Sie bekommen, wenn alleinstehend monatlich 770 Euro, als Ehepaar 1.100 Euro. In Tirol wird der Kreis der Sozialhilfebezieher immer größer. Es sind schon über 10.000 Menschen. Tirol liegt damit an vierter Stelle aller Bundesländer trotz geringer Einwohnerzahl. Das Arbeitslosengeld wird maximal 20 Wochen ausbezahlt, durchschnittlich beträgt es 830 Euro. Diese Zahlen soll die zuständige Landesrätin den Kosten fürs tägliche Leben, fürs Wohnen oder für die Energie gegenüber stellen, dann wird sie sehen wie zufrieden die Tiroler sein können.“, ist LA Dinkhauser verärgert.

Landespolitik solld en Kampf gegen die Armut endlich ernst nehmen!

Dinkhauser verweist auf eine Untersuchung in Frankreich. Dort hat man die Einkommen abzüglich Miete, Nebenkosten und Steuern für die Jahre 2001 und 2006 verglichen. Ergebnis: 2001 blieben den Franzosen noch 45 Prozent ihres Einkommens, 2006 nur mehr 25 Prozent. Wohnen wird immer teurer.

„Wohnen ist auch bei uns nahezu unerschwinglich. Ich bin für ein gerechtes Tirol angetreten. Wenn wir den Kampf gegen die Armut ernsthaft angehen wollen, müssen wir uns der Realität stellen, fundierte Zahlen zusammentragen und dann zielgerichtet bestehende Maßnahmen anpassen und neue, treffsichere Maßnahmen gegen die Armut beschließen.“, so LA Dinkhauser.