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In der morgigen Sitzung des Finanzkontrollausschusses des Tiroler Landtages wird der Bericht des Bundesrechnungshofes „Verträge der geschäftsführenden Leitungsorgane in öffentlichen Unternehmen (Managerverträge)“ debattiert und behandelt.

Geschäftsführer-Vertrag der IVB unter der Lupe!

„Der Rechnungshof hat im Zuge seiner Prüfung von Managerverträgen in öffentlichen Unternehmen auch den Managervertrag von Geschäftsführer DI Martin Baltes von den Innsbrucker Verkehrsbetrieben unter die Lupe genommen und einige brisante Details aufgezeigt“, sagt LA Gottfried Kapferer, stellvertretender Obmann des Finanzkontrollausschusses des Tiroler Landtags.

Paradiesische Gehaltszustände für IVB-Manager aufgedeckt!

„Die IVB haben geradezu paradiesische Gehaltszustände für Baltes geschaffen. Obwohl er einen Vertrag mit fixen Gesamtjahresbezügen hat (ca. 160.000 €[1]), bekommt er zusätzlich eine jährliche Erfolgsprämie in der Höhe eines Sechstels des Jahresgehalts (ca. 27.000 €[2]), ohne freilich einen vordefinierten Erfolg[3] nachweisen zu müssen. Vielleicht bekommt er diese Erfolgsprämie für das Zustandekommen des derzeit herrschenden Verkehrschaos in Innsbruck. Dass er aber trotz seines Vertrages mit fixen Gesamtjahresbezügen zusätzlich auch noch die jährlichen Kollektivvertragserhöhungen wie die Mitarbeiter der IVB und der Stubaitalbahn erhält, schlägt dem Fass den Boden aus! Allein 2008 erhöhte sich dadurch sein Jahreseinkommen um 4,50%, also um ca. 7.200 €[4]“, kommentiert LA Kapferer den Rechnungshofbericht.

Abenteuerliche Pensionsregelungen im Managervertrag rufen nach Konsequenzen!

„Die IVB und Stubaital GmbH haben nicht nur die normalen Dienstgeberbeiträge an das Pensionsinstitut für Verkehr und öffentliche Einrichtungen bezahlt, sie haben auch noch die von Manager Baltes zu entrichtenden Dienstnehmer(!)beiträge bezahlt, das sind mehr als 17% seines Jahresgehalts (ca. 27.000 €[5]). Diese Privilegien sind von Seiten der IVB sofort zu beseitigen, schließlich handelt es sich hier um öffentliche Gelder. Ich habe keinerlei Verständnis für solche Privilegienritter wie Herrn Baltes. Hier sind sofortige Konsequenzen zu ziehen“, fordert LA Gottfried Kapferer in seiner Funktion als stv. Obmann des Finanzkontrollausschusses des Landtags.

 


[1] Quelle: Gesamtjahresbezug 2008 (ohne variabler Bezugsanteil) gem. Grafik im Bundesrechnungshof-Bericht „Managerverträge“(2011), Seite 332.

[2] variabler Bezugsanteil.

[3] es wurden dafür nämlich keine Zielvereinbarungen abgeschlossen.

[4] Erhöhung auf Basis des angegebenen Gesamtjahresbezuges.

[5] Quelle: Pensionsregelung (Punkt 7.1.) im Bundesrechnungshof-Bericht „Managerverträge“(2011), Seite 334.