Arbeiter an Maschine

Ein Kufsteiner Tischlermeister hat bei der Arbeit zwei Finger verloren. Als er um eine Betriebshilfe bei der Wirtschaftskammer angefragt hat, kann er es nicht glauben: Aufgrund seines bisherigen Einkommens hat er keinen Anspruch auf Betriebshilfe. Der Selbstbehalt würde den Beitrag für eine Betriebshilfe übersteigen.

Betriebshilfe für Kleinunternehmer funktioniert nur am Papier

“Der Kufsteiner Tischlermeister ist auf unbestimmte Zeit arbeitsunfähig. Sein Betrieb muss weiterlaufen, weil er als Tischlermeister sechs Angestellte zu bezahlen und der Betrieb Aufträge zu erfüllen hat. Die Tischlerei muss also irgendwie weiter funktionieren und positiv wirtschaften. Aber wie soll das gehen? Wirtschaftlich und menschlich lässt man diesen Unternehmer, der seit Jahrzehnten engagiert ein Unternehmen führt, einfach im Regen stehen”, zeigt Isabella Gruber, Bezirksspitzenkandidatin von Kufstein auf.

Isabella Gruber von der Liste FritzTischlermeister ist kein Einzelfall

“Der Fall des Kufsteiner Tischlermeisters ist kein Einzelfall, so wie ihm ergeht es vielen Zwangsmitgliedern der Wirtschaftskammer. Jahrelang zahlen sie brav ein, jahrelang brauchen sie nichts und sie bekommen auch wenig für ihre Mitgliedschaft. Tritt dann ein Notfall ein, sind die Betroffenen erst wieder darauf angewiesen, dass Angehörige und Freunde einspringen, weil die Unterstützung von Seiten der Wirtschaftskammer zwar am Papier existiert, aber in der Praxis nicht funktioniert”, erklärt Isabella Gruber.

Liste FRITZ: Unbürokratische Unterstützung für Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe notwendig

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol spricht sich für eine Vereinfachung der bestehenden Regelungen, für mehr und unbürokratische Unterstützung für die Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe im Land aus.

“Die Bemessungsgrundlage für oder gegen eine Betriebshilfe ist nicht an Bedingungen zu knüpfen, die im Krankheitsfall nicht zu erfüllen sind. Es braucht eine Lösung mit Hausverstand, ein Maßnahmenpaket, das unbürokratisch, finanziell und menschlich hilft, um ein Unternehmen gerade auch in schwierigen Zeiten aufrechterhalten zu können. Die mehr als 35.000 Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe bilden das Rückgrat der Tiroler Wirtschaft, sie bieten Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten für die jungen Tiroler”, spricht sich Isabella Gruber für mehr Unterstützung für diese Betriebe aus.