Tunnel

Laut zwei Berichten des Bundesrechnungshofes sind die Baukosten beim Eisenbahnprojekt Unterinntaltrasse von 1,352 Milliarden Euro (2001) auf 2,358 Milliarden Euro (2009) explodiert. Ein Ende der Kostensteigerungen ist nicht absehbar.

Eisenbahnprojekt Unterinntaltrasse: 1 Milliarde Euro Mehrkosten!

Der Bau der Unterinntaltrasse hat bisher mehr als 1 Milliarde Euro mehr gekostet als geplant. Zum Vergleich: Das Tiroler Landesbudget 2010 sieht Einnahmen von 2,5 Milliarden Euro vor. Für das Projekt Unterinntaltrasse verantwortlich waren zuerst die Brenner Eisenbahngesellschaft (BEG) und dann die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

„Ein Finanzdebakel, das sämtliche Kostenschätzungen als Fata Morgana des BEG-Projektmanagements ausweist. Der Bundesrechnungshof entlarvt damit schon zum zweiten Mal den Ex-Manager und ehemaligen SPÖ Verkehrslandesrat, Hans Lindenberger. Erneut zahlen die Steuerzahler die Zeche und müssen mit der geballten Faust in der Hosentasche zur Kenntnis nehmen, dass es so etwas wie eine politische Verantwortung für bewusstes Niedrig- und Falschkalkulieren nicht gibt. Kein einziger Tiroler Hausbauer kann sich eine Verdoppelung der Kosten bis zur Fertigstellung leisten und diese ist noch zu befürchten. Die Kostenexplosion mit derart fadenscheinigen Ausreden, wie mehr Personal zu rechtfertigen, ist eine böser Scherz und ein Schlag ins Gesicht der Steuerzahler“, erklärt Klubobmann LA Bernhard Ernst.

Nächstes Finanzdebakel wird der Brenner Basistunnel!

Aus Sicht der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol lässt das Finanzdesaster bei der Unterinntaltrasse Schlimmstes für das nächste Mega-Milliardenprojekt, den Brenner Basistunnel, befürchten. Dort haben sich die reinen Baukostenschätzungen schon vor Baubeginn nahezu verdoppelt, von 4,5 Milliarden 2002 auf mehr als 8 Milliarden Euro Anfang 2010. Dazu kommen aber noch rund 4 Milliarden Euro Finanzierungskosten.

Platter, Gschwentner & Co. für drohende Kostenexplosion voll verantwortlich!

“Landeshauptmann Platter, SPÖ Landeshauptmannstellvertreter Gschwentner und die übrigen Mitglieder der ÖVP-SPÖ Landesregierung treiben die Tiroler Steuerzahler ins nächste Finanzdesaster. Sie müssen wissen, dass sie für eine Kostenexplosion und ein Finanzdebakel beim Brenner Basistunnel analog zur Unterinntaltrasse voll zur Verantwortung gezogen werden”, warnt LA Ernst.

Schweizer Bahnmanager erwartet Kostensteigerung bei BBT!

“Trotz vieler planerischer Vorbereitungen ist eine erwartete Kostenexplosion beim BBT kein oppositionelles Schwarzmalen, denn der europaweit anerkannte Bahnmanager, Benedikt Weibel, ehemaliger Chef der Schweizer Bundesbahn (SBB) bestätigt auf meine Nachfrage, dass es im internationalen Vergleich durchaus üblich ist, dass bei derartigen Großprojekten mit einer Verdoppelung der Kosten zu rechnen ist. Daher geht er davon aus, dass eine Kostenexplosion auch beim BBT zutreffen kann. Daher und weil sämtliche wesentliche Voraussetzungen für den Brenner Basistunnel fehlen, lehnen wir den Bau des Milliardenschweren Tunnellochs ab“, stellt LA Bernhard Ernst fest.