Kinderarmut
Tiroler Familien mit Kindern liegen beim jährlichen Einkommen weit unter dem Österreich-Durchschnitt. Eltern haben bis zu 3000 Euro weniger, Alleinerzieherinnen sogar bis zu 6000 Euro weniger. Allein die Caritas Sozialberatung in Innsbruck hat im vergangenen Jahr 1476 mitbetreute Kinder gezählt.

„Das ist ein dramatischer Befund. Er widerspricht völlig dem, was Landeshauptmann Platter in seiner Regierungserklärung versprochen hat. Nämlich Tirol zum familienfreundlichsten Land zu machen. Das Gegenteil ist der Fall: Die Armut in Tirol wird nicht weniger, sondern mehr. In der wirtschaftlich schwierigen Zeit sind jetzt auch Untere-Mittelschicht-Familien von Armut betroffen. Da müssen bei der Landespolitik alle Alarmglocken schrillen.“, fordert LA Bernhard Ernst die Landesregierung auf, aktiv zu werden.

Armut nicht bagatellisieren und weglächeln, sondern bekämpfen!

Die Liste Fritz – Bürgerforum erinnert in diesem Zusammenhang auch an die Aussagen von ÖVP Wirtschafts- und Familienlandesrätin Zoller-Frischauf, wonach die Tiroler mit ihrer Einkommens-Situation zufrieden seien.

„Die Landesregierung soll das Problem Armut nicht länger bagatellisieren und weglächeln, sondern es ernst nehmen. Sie muss sofort aktiv werden. Der Landtag braucht ein vierteljährliches Monitoring zur Armut. Wir müssen wissen, wie sich Armut entwickelt, um zielgerichtet helfen zu können. Auch unsere Sozialleistungen wie das Kindergeld plus müssen wir auf Treffsicherheit überprüfen. Zudem schlage ich vor, dass das Land allen Institutionen, die Familien beraten und unterstützen, kurzfristig massiv unterstützt. Etwa die Familienhilfe der Caritas oder den Verein Rettet das Kind. Wer Kinderarmut nicht ernst nimmt, nimmt den Kindern ihre Chancen im Leben!“, so LA Ernst.