Meschen im Schatten

FRITZ-Initiative: “Landtag für die Arbeitslosen in Tirol”

Auf Initiative der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hat der Tiroler Landtag heute im Rahmen der Aktuellen Stunde das Thema „Arbeitslosigkeit bekämpfen: Denen helfen, die es brauchen!“ debattiert.

Schicksale hinter Arbeitslosenzahlen sehen!


“Die aktuell 21.000 Tiroler ohne Arbeit sind mehr als Kufstein, die zweitgrößte Stadt Tirols, überhaupt Einwohner hat. Dramatisch sind die einzelnen Schicksale: Eine diplomierte Krankenschwester schreibt mir, dass sie seit Jänner keine Arbeit findet, weil sie scheinbar zu alt sei. Sie kapsle sich zusehends ab, gehe nicht mehr weg, weil einfach das Geld fehle. Sie sei dankbar, dass wir uns des Themas Arbeitslosigkeit annehmen”, berichtet Klubobfrau LA Andrea Haselwanter-Schneider.

Zum Nachschauen, Nachhören und Nachlesen:

Trotz 100 Bewerbungen seit drei Jahren kein Job!

Ein 46-jähriger, vierfacher Familienvater sagt, er sei scheinbar nichts mehr wert. Trotz HTL-Ausbildung, 30-jähriger Berufserfahrung und 100 Bewerbungsschreiben findet er seit drei Jahren keine Arbeit. Er will arbeiten, bekommt aber keine Chance. Und eine 51-jährige Lehrerin und Schauspielerin bekommt trotz 45 Bewerbungen keinen Job und kämpft jetzt darum, als Nachmittagsbetreuung im Schuldienst unterzukommen”, schildert Andrea Haselwanter-Schneider weitere Schicksale.

Arbeitslosigkeit nicht schönreden – anpacken!

Ein Landtag für die Arbeitslosen in Tirol

“Alle gemeinsam fühlen sie sich vom ersten Tag der Arbeitslosigkeit an aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Diese Schicksale gehen mir nahe und machen mich betroffen. Es ist beschämend, wenn der Arbeitgeber Land Tirol selbst keine über 40-jährigen Menschen einstellt. Als Landespolitik dürfen wir nicht zur Tagesordnung übergehen, nicht sagen, wie können eh nichts machen, sondern wir müssen diesen Menschen helfen, die Hilfe brauchen und sich selbst nicht helfen können. Ja, das Land setzt Maßnahmen, aber angesichts von 21.000 Tirolern ohne Arbeit ganz offensichtlich noch viel zu wenige! Es braucht daher eine gemeinsame Kraftanstrengung, damit kein Tiroler arbeitslos ist!”, verlangt Klubobfrau LA Andrea Haselwanter-Schneider.

Die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol hat den Juli-Landtag zum “Landtag für die Arbeitslosen in Tirol” gemacht:

Im Wortlaut – konkrete FRITZ-Vorschläge gegen Arbeitslosigkeit:

  1. Dringlichkeitsantrag „Arbeitslosigkeit bekämpfen: Denen helfen, die es brauchen! Maßnahmenpaket Bildung“
  2. Dringlichkeitsantrag „Arbeitslosigkeit bekämpfen: Denen helfen, die es brauchen! Mehr Landesgeld für mehr Plätze in den sozialökonomischen Betrieben und im gemeindenahen Beschäftigungsprogramm“
  3. Dringlichkeitsantrag „Arbeitslosigkeit bekämpfen: Denen helfen, die es brauchen! Sozialtarif für Strom und Gas für Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten“

Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider“Wir haben drei konkrete Landtags-Initiativen vorgeschlagen, aber es fehlt die Beretischaft von ÖVP und Grünen, gemeinsam diese Initiativen umzusetzen. Anstatt sie sofort im Landtag zu behandeln, schieben sie sie auf die lange Bank. Warum stellen sich ÖVP und Grüne gegen mehr Landesgeld und mehr Brückenarbeitsplätze für Langzeitarbeitslose und Ältere? Warum verweigern ÖVP und Grüne arbeitslosen Menschen, Wenigverdienern, Mindestpensionisten, Alleinerziehenden und kinderreichen Familien einen um bis zu 20% günstigeren Sozialtarif auf Strom- und Gas wie ihn Großkunden aus Industrie und Wirtschaft bekommen? Und warum lehnen ÖVP und Grüne eine verstärkte Aus- und Weiterbildung der Tiroler ab?”, will Andrea Haselwanter-Schneider wissen.

Schlüssel gegen Arbeitslosigkeit: Bildung, Aus- und Weiterbildung!

“Von den aktuell arebitslosen Tirolern haben 43% einen Pflichtschulabschluss und 5,4% einen höheren Bildungsabschluss. Gute Ausbildung schützt nicht vor Arbeitslosigkeit, aber sie verhindert sie in hohem Maße. Wer die Schule abgebrochen und keine Schule abgeschlossen hat und wer keine Lehre absolviert hat, wird viel schneller arebitslos als andere. Unser Ziel ist es, dass kein Tiroler ohne Schul- und Berufsabschluss bleibt. Dafür kann das Land Tirol sorgen, etwa indem wir in jedem Bezirk kostenlose Kurse zum Nachholen des Hauptschul- und Lehrabschlusses anbieten. Herr Platter und Frau Felipe, investieren wir das Steuergeld hier anstatt um 900.000 Euro ein Haus in Brüssel zu kaufen”, stellt Andrea Haselwanter-Schneider klar.

Es gibt genug Arbeit in Tirol

“Stellen wir mehr Schulsozialarbeiter ein, mehr Kinderbetreuungs- und Pflegepersonal. Gründen wir einen Landespool mit einheimischen Frauen für die 24-Stunden-Betreuung von kranken und älteren Menschen. Bieten wir als Land Tirol mehr als nur 16 Lehrlingen einen Lehrplatz. Es gibt genug Arbeit und das Geld für Fördermaßnahmen ist vorhanden. Es nützt keinem der 21.000 Tiroler ohne Arbeit etwas, wenn die Landesregierung bei der Arbeitslosigkeit den Bund in die Pflicht nimmt und der Bund die Länder. Als Tiroelr Landtag sind wir für die Tiroler verantwortlich, fangen wir als Land Tirol in unserem Einflussbereich an, bekämpfen wir die Arbeitslosigkeit und helfen wir denen, die es brauchen!”, appelliert Andrea Haselwanter-Schneider an alle Parteien im Tiroler Landtag.