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Fritz Dinkhauser, Andrea Haselwanter-Schneider und Andreas Brugger von der Liste Fritz

Wiedereinstellungszusagen – ungerecht, unsozial, unvernünftig!

Liste Fritz – Bürgerforum Tirol sieht Schaden für Steuerzahler, Mitarbeiter und Qualitätstourismus

45.000 von 83.000 arbeitslosen Tirolern mit Wiedereinstellungszusage!

Laut AMS Tirol waren von den rund 83.000 arbeitslosen Tirolern im Vorjahr 45.000 Beschäftigte, vor allem aus den Saisonbranchen Tourismus und Bau, mit einer Wiedereinstellungszusage ausgestattet. Das heißt, diese Mitarbeiter sind nach der Saison arbeitslos, bekommen Arbeitslosengeld, aber werden nicht vermittelt, weil sie mit Beginn der neuen Saison ja wiedereingestellt werden. Insgesamt geht es um 2,9 Millionen Nicht-Arbeitstage und um 100 Millionen Euro Kosten, die der Allgemeinheit durch dieses System aufgebürdet werden.

System der Wiedereinstellungszusage höhlt unser Sozialsystem aus!

"Dieses System ist ungerecht, unsozial und wirtschaftlich unvernünftig! Das System der Wiedereinstellungszusage reizt den ohnehin immer schwieriger zu finanzierenden Sozialstaat komplett aus. Branchen, wie der Tourismus oder der Bau, schieben ihre Mitarbeiter in der 'toten' Zeit einfach in die Arbeitslosigkeit ab, lassen sie dort von allen Steuerzahlern bezahlen und sichern sich die Dienste dieser Mitarbeiter wieder für die Zeit, wo mehr Arbeit zu erwarten ist. Dieses System ist weder fair gegenüber den Mitarbeitern noch fair gegenüber allen anderen Betrieben. Kein Tischler, Maler oder Elektriker, kein anderes Klein- und Mittelunternehmen kann sich dieser Praxis bedienen und ungeniert Mitarbeiter in auftragsschwachen Phasen zum AMS schicken und so von der Allgemeinheit bezahlen lassen. So wird unser Sozialsystem ausgehöhlt und im Gesamten kaputt gemacht, weil diese Millionen für wirklich bedürftige Tiroler dann fehlen!", erklären die Liste Fritz-Abgeordneten, Andrea Haselwanter-Schneider und Isabella Gruber.

Tourismus schickt Beschäftigte im Schnitt für mehr als zwei Monate in Arbeitslosigkeit!

Besonders ungeniert nützt die Tourismusbranche dieses System mit Wiedereinstellungszusagen aus: Rund 18.400 Beschäftigte hat der Tiroler Tourismus im Vorjahr in die Arbeitslosigkeit geschickt und dort im Schnitt 74 Tage, also mehr als zwei Monate, von der Allgemeinheit finanzieren lassen. Kosten für die Allgemeinheit: 40 Millionen Euro.

Mitarbeiter bleiben abhängig und stecken im Saisonjob fest!

"Die Steuerzahler werden für eine Tourismusförderung durch die Hintertür missbraucht, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Für die Steuerzahler ist diese Praxis ein Millionen-Aufwand. Für die Mitarbeiter im Tourismus ist es langfristig ein Nachteil. Sie sind mit ihrer Wiedereinstellungszusage praktisch nicht vermittelbar und damit Quasi-Leibeigene ihres Betriebes. Sie haben keinen Druck zur beruflichen Veränderung und stecken im Saisonjob fest. Die Mitarbeiter bleiben abhängig, bis sie ein gewisses Alter erreicht haben und werden dann fortgeschickt, weil sie nicht mehr gut genug sind. Kein Wunder, dass der Tiroler Tourismus für viele Einheimische kein attraktiver Arbeitgeber ist und viele Touristiker keine Fachkräfte finden. Für die saisonal arbeitenden Tourismusbetriebe mag es praktisch, weil kostensparend, sein. Aber für die Tourismusbranche ist es insgesamt problematisch, weil der Anreiz fehlt, auf Ganzjahresbetriebe mit Ganzjahresarbeitsplätzen umzustellen. Der Tiroler Tourismus ist die heilige Kuh der ÖVP, quasi sakrosankt und darf nicht kritisiert werden, aber die Branche muss umdenken und aufpassen, dass sie sich selbst und vor allem die Allgemeinheit nicht überfordert“, halten Andrea Haselwanter-Schneider und Isabella Gruber fest.

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