Für berufstätige Eltern bleibt Kinderbetreuung mangelhaft: Ganztägige & ganzjährige Kinderbetreuung weiterhin nicht umgesetzt!

Ein Mädchen im KindergartenListe Fritz – Bürgerforum Tirol will Kinderbetreuung auf die Bedürfnisse der Kinder und Eltern zuschneiden

Kinderbetreuung: Für die Tiroler Familien!

"Wir setzen uns so massiv für den Ausbau der Kinderbetreuung ein, weil es uns vorrangig um zwei Ziele für die Tiroler Familien geht: Erstens die beste Betreuung für die Kinder und zweitens die Möglichkeit für die Eltern, vor allem für die Frauen, berufstätig sein zu können. Denn die Einkommen in Tirol sind niedrig, die Kosten fürs Leben und Wohnen dagegen hoch, daher sind viele Tiroler Familien auf zwei Verdiener angewiesen", bringt Klubobfrau, Landtagsabgeordnete und selbst zweifache Mutter Andrea Haselwanter-Schneider ihr Anliegen auf den Punkt.

Landesregierung bei Ausbau der Kinderbetreuung säumig!

Im Jahr 2010 hat der Landtag einstimmig die ganztägige, ganzjährige und flächendeckende Kinderbetreuung in Tirol beschlossen – mit dem Ziel die Vollbeschäftigung der Eltern möglich zu machen. Im September 2012 ist die Übergangsfrist ausgelaufen.

"Heute im Jahr 4 gibt es die ganztägige Kinderbetreuung hauptsächlich als Papiertiger, aber nicht in der Praxis. Der Großteil der Betreuungseinrichtungen hat nur 6 Stunden am Tag offen und sperrt freitags am Nachmittag ab 14.00 Uhr zu. Wie soll sich da eine Vollzeitarbeit für die Eltern ausgehen? Auch über das ganze Jahr gesehen haben viel zu viele Kinderkrippen und Kindergärten geschlossen, nämlich zwischen 7 und 10 Wochen im Jahr – bei 5 Wochen Jahresurlaub der meisten Eltern! Den Stress, einen anderweitigen Betreuungsplatz für die Kleinen zu finden, wo sie sich wohlfühlen, haben dann die Eltern!", weiß Andrea Haselwanter-Schneider.

Zum Nachlesen:

Wir anerkennen das Bemühen, aber wir verlangen mehr Tempo!

Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider"Wir respektieren und freuen uns auch, dass es bei der Kinderbetreuung jährlich mehr Plätze gibt, aber es passiert halt nur in Kleinkinderschritten. Geht´s in diesem Tempo weiter, wachsen inzwischen zwei Generationen aus dem Kinderbetreuungsalter heraus! Gemeindeübergreifende Kinderbetreuungseinrichtungen können in einigen Tälern helfen, aber dann muss der Hin- und Rücktransport der Kinder organisiert werden. Wenn erst wieder die Mama mittags Taxi spielen muss, ist es mit der Berufstätigkeit nicht vereinbar", ist Andrea Haselwanter-Schneider überzeugt.

Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz statt Bedarfserhebung!

"Bisher hat Tirol Kinderbetreuungsplätze nach dem System der Bedarfserhebung geschaffen – dieses System ist gescheitert! Bei Bedarfserhebungen sollen Eltern der Gemeinde mittels Fragebogen mitteilen, ob sie einen Betreuungsplatz brauchen und wann. Solche Bedarfserhebungen unterliegen vielen Fehlerquellen und ganz oft politischem Druck. Frauen wollen keine ´Rabenmütter` sein und melden – gerade in kleineren Gemeinden – keinen Bedarf an. Oder Bürgermeister signalisieren, dass ´das bei uns eh niemand braucht`. Bürgermeister und Gemeinderäte wollen das Geld lieber anderweitig ausgeben", fasst Andrea Haselwanter-Schneider Erzählungen vieler Eltern zusammen.

Drei Kinder beim SpielenListe FRITZ: "Jedem Kind sein Betreuungsplatz!"

"Wir wollen nach dem Motto ´Jedem Kind sein Betreuungsplatz` einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung umsetzen, um die die gewünschte Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Tiroler Eltern sicherzustellen. Der Rechtsanspruch soll Vollbeschäftigung für die Eltern ermöglichen, das heißt wir wollen 50 Wochen pro Jahr, 45 h pro Woche und 9 ½ h pro Tag geöffnete Kinderbetreuungseinrichtungen. In Deutschland ist dieser Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz seit einem Jahr umgesetzt. Daher gehört im Zuge der Novelle des Kinderbetreuungsgesetzes die Chance genützt und der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung im Gesetz verankert", setzt sich Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider gemeinsam mit ihrem Abgeordneten-Kollegen Andreas Brugger weiter für eine verbesserte Kinderbetreuung ein.

Zum Nachlesen:

Kinderbetreuung als Jobmotor für Tirol

Der Ausbau der Kinderbetreuung in Tirol ist auch ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor, denn Kinderbetreuung ist nachweislich ein Jobmotor. Laut schriftlicher Anfragebeantwortung von ÖVP-Landesrätin Beate Palfrader an Andrea Haselwanter-Schneider (August 2014) haben 663 KindergärtnerInnen und AssistentInnen in den vergangenen fünf Jahren einen neuen Arbeitsplatz bekommen. Dabei sind die Jobs im Bau- und Baunebengewerbe durch Neubau, Ausbau oder Umbau der Kinderbetreuungseinrichtungen nicht mitgerechnet.

Fakten & Probleme beim Ausbau der Kinderbetreuung im Detail – die Kinderkrippen:

  • Bei den Kinderkrippen verfehlt die Landesregierung das EU-Barcelona Ziel von 33% betreuten unter 3-jährigen Kindern klar: In Tirol sind nur 21,6% (bzw. 26,2% wenn die Spielgruppen mitgerechnet werden) der unter 3-jährigen Kinder betreut.

  • Bei den Kinderkrippen verfehlt die Landesregierung das Ziel der ganzjährigen Betreuung, also maximal 5 Wochen (25 Schließtage) geschlossen, klar: Kinderkrippen in Tirol haben übers Jahr gerechnet 35 Schließtage, sind also 7 Wochen (Mo-Fr) zu.

  • Eine Kindergärtnerin mit zwei SchützlingenBei den Kinderkrippen verfehlt die Landesregierung auch das Ziel der ganztägigen Betreuung klar: Die für eine Vollbeschäftigung vorgegebenen 9 ½ Stunden tägliche Öffnungszeit (viermal pro Woche) werden nicht erreicht – laut Zahlen von LR Palfrader hatten im Jahr 2013/14 noch immer erst 42% der Kinderkrippen bis 17.00 offen.

Fakten & Probleme beim Ausbau der Kinderbetreuung im Detail – die Kindergärten:

  • Bei den Kindergärten verfehlt die Landesregierung das Ziel der ganzjährigen Betreuung, also maximal 5 Wochen (25 Schließtage) noch deutlicher: Kindergärten in Tirol haben aktuell 52 Schließtage (Mo-Fr), also 10 Wochen und 2 Tage zu.
  • Bei den Kindergärten verfehlt die Landesregierung auch das Ziel der ganztägigen Betreuung klar: Die für eine Vollbeschäftigung vorgegebenen 9 ½ Stunden tägliche Öffnungszeit (viermal pro Woche) werden nicht erreicht – laut Zahlen von LR Palfrader hatten im Jahr 2013/14 immer noch erst 23% nach 16.30 Uhr offen. Das heißt 77% der Kindergärten sperren früher zu!
  • Bei den Kindergärten verfehlt die Landesregierung das Ziel der Vollbeschäftigung der Eltern deutlich, weil nach wie vor am Freitag nach 14.00 Uhr 76% der Kindergärten geschlossen sind – aber wie viele Eltern (Frauen) müssen Freitags am Nachmittag nicht mehr arbeiten?

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