Eine mehr als 30-seitige, aufwenig gestaltete Werbebroschüre zum Thema Almleben ist in den vergangenen Tagen via Tiroler Tageszeitung in die Tiroler Haushalte geflattert. Im schön gestalteten Heft werden 19 Almen in 8 Tiroler Bezirken von ihrer besten Seite präsentiert und beworben. Wegbeschreibungen, Produkte und Feste inbegriffen. Einzig aus Osttirol stellt die Werbebroschüre keine einzige Alm vor.

Kein Almleben in Osttirol?

“Von einem peinlichen Missgeschick kann ich hier leider nicht ausgehen, denn den Heftmachern muss beim Zusammenstellen aufgefallen sein, dass sie keine einzige Alm aus Osttirol präsentieren. Die aufwendig gestaltete und mit Sicherheit teure Werbebroschüre hat Osttirol also offensichtlich bewusst ausgeklammert. Als gäbe es nur in Nordtirol, aber nicht in Osttirol wunderschöne Almen und tolle Almprodukte”, erklärt Markus Sint, Bezirkssprecher der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol.

Agrarmarketing klärt auf

“Wir hätten gerne eine Osttiroler Alm mit dabei, allein es hat sich keine beteiligt und wir können niemanden zwingen”, klärt Wendelin Juen von der Agrarmarketing Tirol auf.

Jährlich 2 Mio. € Steuergelder für Agrarmarketing

“Das ist ärgerlich, zumal es – laut Agrarmarketing – um eine gratis Werbemöglichkeit für die teilnehmenden Almen geht. Die Tiroler Steuerzahler fördern die Agrarmarketing Tirol jährlich mit mehr als 2 Millionen Euro aus dem Landesbudget”, führt Sint aus.

Verwirrung, weil Osttirol schon zum zweiten Mal nicht dabei ist

Werbebroschüre für Tirol aber ohne OsttirolSchon im vergangenen Jahr war Osttirol in der Werbebroschüre des Agrarmarketing Tirol nicht mit dabei.

“Letztes Jahr war auf der abgedruckten Karte in der Werbebroschüre Osttirol gar nicht eingezeichnet, worauf Wendelin Juen als Agrarmarketing-Chef und ÖVP-Landesrat Steixner von einem bedauerlichen Fehler gesprochen sowie Besserung versprochen haben. Heuer ist Osttirol zwar auf der Karte eingezeichnet, aber es fehlt eine Erklärung, warum keine Osttiroler Almen vorgestellt und beworben werden. Das hat zu einiger Verwirrung bei den Lesern geführt. Das gemeinsame Ziel muss aber sein, dass sich für das kommende Jahr Osttiroler Almbetreiber am Projekt beteiligen”, hofft Markus Sint auf mehr Interesse ins einem Heimatbezirk.