Wiese

Zur Agrargemeinschaft Musau hat jetzt die Landesbehörde Sachgebiet Agrargemeinschaften einen Bescheid im Verfahren zur Neuregulierung erlassen.

„Die gute Nachricht: Die Landesbehörde hat mit dem Bescheid zur Agrargemeinschaft Musau einen ersten richtigen Schritt gesetzt. Sie hat klargestellt, dass die Gemeinde alle Grundstücke zu bekommen hat, die sie für öffentliche Zwecke (inklusive Siedlungsgebiet und ähnliches) braucht. Gegen eine Entschädigung für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung. Auch wird es künftig keine Querfinanzierung, wie sie die Agrarier gewünscht hatten, geben. Das heißt: Zukünftiges Gemeindegeld wird nicht in den land- und forstwirtschaftlichen Bereich hinein gezahlt.“, zeigt sich LA Dr. Andreas Brugger in dieser Hinsicht zufrieden.

175.000 Euro an angehäuften Rücklagen der Agrargemeinschaft gehören gerechter verteilt!

Allerdings fehlt der Liste Fritz – Bürgerforum Tirol auch ganz Wesentliches in dem Bescheid zur Agrargemeinschaft Musau. Ein zentrales Problem sieht LA Brugger beim Umgang mit den angehäuften Rücklagen. Zum einen darf die Agrargemeinschaft Musau ihre verpachtete Jausenstation behalten. Zum anderen bekommt sie den Löwenanteil der angehäuften Rücklagen.

„Von den insgesamt 175.000 Euro an angehäufter Rücklage erkennt die Behörde der Gemeinde nur 58.000 Euro zu. Mit der Begründung, die Agrargemeinschaft brauche das übrige Geld um wirtschaftlich existenzfähig zu bleiben. Das kann es aber nicht sein, dass die Agrargemeinschaften mit ihrem Geld eine Jausenstation baut und verpachtet und zum Wirtschaften dann das Geld der Gemeinde und damit aller Bürgerinnen und Bürger hernimmt. Die Gemeinde muss bekommen, was der Gemeinde zusteht. Wenn die Agrargemeinschaft das Geld nicht hat, um es der Gemeinde auszahlen zu können, dann müssen es eben die Mitglieder der Agrargemeinschaft in die Kasse hinein zahlen. Sie haben es schließlich ja auch jahrelang aus der Kasse der Agrargemeinschafts heraus geholt – oder zumindest die Nutzungen bezogen.“, sagt LA Brugger.

Große Lücke: Landesbehörde hat Geschäfte aus 24 Jahren nicht überprüft

Ein zweites großes Problem ortet LA Brugger im überprüften Zeitraum. 1967 wurden die Grundstücke an die AG Musau übertragen. Die Landesbehörde hat sich aber nur den Zeitraum seit 1991 angeschaut. Nur so weit zurück würden die Unterlagen reichen.

„So einfach kann es sich die Behörde nicht machen. Da klafft eine große Lücke von 24 Jahren. Auch in dieser Zeit hat die Agrargemeinschaft Geschäfte getätigt. Zwischen 1991 und 2007 hat etwa allein die Einnahme aus der Jagdpacht 200.000 Euro betragen. Die Jagdpacht beispielsweise wird es ja vorher auch gegeben haben, wenn auch eventuell in geringerem Ausmaß. Aber diese Geschäfte muss sich die Behörde natürlich auch ansehen. 24 Jahre können sich nicht einfach in Luft auflösen.“, meint LA Brugger.